Der nächste FilmVras findet am Sonntag, 09.06.2013 um 19 Uhr @react!OR statt.

Wir gucken zwei Kurzdokumentationen. Die erste auf Englisch mit deutschen Untertiteln über die "versteckten Opfer der Austeritätspolitik". Damit sind die Flüchtlinge gemeint, denen es gelingt, lebend nach Europa zu gelangen und in Griechenland ankommen. Weil der Film sehr kurz ist, sehen wir anschließend noch die Doku "Killing Nazis" über einen jüdischen Österreicher, der als "echter Inglourious Basterd" nach dem 2. Weltkrieg Rache an Nazis übt.

Dazu gibt es gutes Essen und Diskussion.

Into the fire The hidden victims of austerity

(language: mostly english with german subs)

A hard hitting documentary which shows the plight of refugees and migrants in recession hit Athens, Into The Fire is a film with a difference.

Shot and edited with sensitivity and compassion, it doesn’t pull its punches and makes for harrowing viewing in parts. It is the product of crowd funding, dedication, self-sacrifice and a burning sense of justice.

In times of severe austerity things look bleak for Greek people, but they’re far worse for those who have recently arrived. Without housing, legal papers or support, migrants in Greece are faced with increasing and often violent racism at the hands of the growing Nazi party Golden Dawn and the police in Athens. Many are trapped by EU laws and legislation of other EU countries meaning they’d be returned to Greece if they managed to get to another member state, they are desperate to leave the country.

This film gives incredible insights to the reality faced by people who simply want to lead peaceful, normal lives.

Killing Nazis

(language: deutsch)

Die Film-Doku "Killing Nazis" erzählt die reale Geschichte eines wahren "Inglourious Basterd", des heute 91-jährigen Alfred Müller aus Wien-Ottakring. Als Jugendlicher vor den Nazis nach Palästina geflüchtet, wurde er im Exil zu Chaim Miller und in einer Spezialeinheit der britischen Armee für den Einsatz als Agent in Nazi-Uniform ausgebildet. 1945 kehrte er als Soldat der "Jüdischen Brigaden" zurück nach Österreich, wo seine Eltern im Holocaust ermordet wurden. Alfred Müller übte mit seiner Einheit in Selbstjustiz Rache, indem er Dutzende SS- und Gestapoangehörige aufspürte, entführte, verhörte und hinrichtete. Der Film lässt den Zuseher miterleben und mitfühlen, wie und warum Chaim Miller vom Opfer zum Täter wurde, und er zeigt eindrucksvoll, wie das Leben eines Menschen durch die Geschichte geprägt wird und wie die Geschichte durch das Leben eines Menschen beeinflusst wird.

Posted 25. 05. 2013

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Mach's dir selbst!?

Für Manche mag der Name „Mach's dir selbst!“ vielleicht seltsam klingen, könnte mensch dahinter doch etwas völlig Anderes erwarten. Für uns meint er lediglich, dass wir uns selbst und auch gegenseitig helfen müssen, wenn wir im Allgäu einen Freiraum insbesondere (aber nicht ausschließlich) für Jugendliche aufbauen möchten.
Einen Raum vernab von Rassismus, Sexismus, Nationalismus und anderen diskriminierenden oder ausschließenden Verhaltensweisen und Strukturen, der es uns ermöglicht zusammen an politischen und sozialen Projekten und kulturellen Veranstaltungen zu arbeiten.

Darüber hinaus möchten wir ein Zusammenleben erproben und entwickeln, das sich grundsätzlich von der in der heutigen Gesellschaft üblichen Vereinzelung unterscheidet. Wir wollen lernen Projekte und Prozesse jenseits von hierarchischen Befehls- und Kontrollstrukturen zu organisieren. Wir wollen nicht mehr vereinzelt und in Konkurrenz nebeneinander her leben sondern uns gemeinsam mit uns und den Verhältnissen in denen wir leben auseinandersetzen.
Einen ersten Schritt hin zur Erprobung eines solchen Zusammenlebens sehen wir im Aufbau eines Offenen Raumes, der zusammen mit seiner Infrastruktur allen Interessierten die Möglichkeit bietet an eigenen Projekten zu arbeiten.

Offener Raum – Was ist das?

Mit „offen“ meinen wir, dass die Nutzung nicht einigen Wenigen vorbehalten ist, sondern dass alle von der geschaffenen Struktur profitieren und diese nach ihren Interessen und Bedürfnissen erweitern und umgestalten können.

Dazu ist es nötig, dass die Nutzung und die Gegebenheiten nicht von vorne herein verregelt und vorgegeben sind. Alle Beteiligten begegnen sich auf Augenhöhe und handeln mögliche Konflikte über die Nutzung (gleiches Material zu gleichen Zeit, Raumbelegung, Verhalten) gleichberechtigt miteinander aus. Es soll keine Personen geben, die das Sagen haben und Andere, die nach „deren Pfeife zu tanzen“ haben. Das würde eine Einigung auf Basis freier Vereinbarung ausschließen und die Möglichkeit zu Veränderung empfindlich einschränken.

Damit wäre der Raum nicht offen, sondern den Bedürfnissen einiger Privilegierter entsprechend. Andere müssten sich mit den vorgefundenen Verhältnissen abfinden anstatt die Möglichkeit zu haben, die Struktur ihren Bedürfnissen nach an zu passen. Ein solcher Raum kann für die verschiedensten Dinge Platz bieten. Konkret formulierte Ideen beinhalten unter anderem

  • Redaktion einer Jugendzeitung
  • Infoladen
  • Umsonstladen
  • Büroinfrastruktur
  • wöchentliche KüfA (Küche für Alle)

Ein Offener Raum bietet darüber hinaus den idealen Rahmen für viele weitere auch individuelle Ideen.

Gemeinsamen Reichtum schaffen

Dieser Offene Raum soll sich – neben hoffentlich vielen verschiedenen ihn nutzenden Menschen – mit diversen nützlichen Gegenständen wie (Computer-)Technik oder Büchern und Zeitungen füllen, die von allen genutzt und erweitert werden können. Wir wollen gemeinsamen Reichtum schaffen. Was wir uns darunter vorstellen ist wohl am einfachsten an Beispielen erklärt.

Stellt euch vor, wie viele Menschen in einer Straße ab und zu gerne die Möglichkeiten einer Werkstatt nutzen würden, sich aber keine eigene einrichten können. Jedoch reichen die in dieser Straße insgesamt vorhandenen Werkzeuge in der Regel leicht für eine rundum gut bestückte Werkstatt aus. Die Verfügung darüber ist jedoch völlig selbstverständlich ausschließend organisiert, und so liegen Akkuschrauber oder Stichsägen die meiste Zeit des Jahres ungenutzt bei ihren Eigentümer_innen herum, wobei sie zwei Wohnblocks weiter doch gerade gebraucht würden.
Welcher Reichtum entstünde für die Beteiligten, wenn diese sich eine Werkstatt einrichten und diese und ihre Werkzeuge dort gemeinsam nutzen würden? Wie viel Energie würde frei, wenn nicht zwanzig sondern drei oder vier Akkuschrauber angeschafft und gewartet werden müssten?

Oder Bücher. Wie viele Bücher verstauben nach einmaligem Lesen in den Schränken dieser Straße? Würden diese zusammengetragen und allen verfügbar gemacht, entstünde sicher eine beachtliche Bibliothek.
Es soll aber auch Raum geschaffen werden um neben materiellen Nützlichkeiten auch Wissen und Fähigkeiten gemeinsam nutzbar zu machen.

Stell dir vor dein Fahrrad ist kaputt und du weißt nicht wie du es reparieren kannst. Normalerweise müsstest du es jetzt für Geld reparieren lassen. Im Offenen Raum findest du bestimmt Menschen, die wissen wie sie's wieder zum Laufen kriegen und dir zeigen wie das geht. Beim nächsten Mal könntest du es einfach selbst reparieren und wiederum Anderen zeigen wie das geht.

Hausprojekt

Als einen weitergehenden Schritt unseres Vorhabens haben wir uns den Kauf eines Hauses zum langfristigen Ziel gemacht. In diesem Haus möchten wir Wohnraum schaffen, der uns unserem Ziel, unser Leben solidarisch und in gegenseitiger Hilfe zu gestalten und zu bestreiten näher bringt. Unser Zusammenleben soll sich grundlegend von der Vereinzelung in Wohnblock oder der ausschließlichen Familienbezogenheit von Einfamilienhäusern unterscheiden. Das Haus wollen wir dabei selbst verwalten und machen können was wir wollen – und nicht an Weisungen eines Besitzers gebunden sein.

Neben der Wohnmöglichkeit soll das Haus aber vor allem auch in großen Teilen offen sein und bereits genannte Nutzungsmöglichkeiten erweitern.
Vorstellbar ist Platz zu schaffen für zum Beispiel

  • Kunst und Kultur (Konzerte, Filmvorführungen, Poetry Slam)
  • politische Bildung (Vorträge, Workshops, Diskussionen, Seminar)
  • unkommerzielle Kneipe ohne Konsumzwang
  • Freizeitgestaltung

zusammengefasst

Ein offener Raum und ein selbstverwaltetes Hausprojekt sollen eine „Keimform“ für eine solidarische, befreite Gesellschaft darstellen, also den Anspruch haben, einen emanzipatorischen Entwicklungsprozess zu begünstigen sowie mit alternativen Methoden gesellschaftlicher Organisierung zu experimentieren – und natürlich Spaß machen!
Anderen Projekten und Initiativen, die ähnliche Ziele verfolgen, bieten wir gerne unsere Zusammenarbeit und Unterstützung an.


...denn wir wollen kein Stück vom Kuchen. Schon gar nicht wollen wir mit Anderen darum konkurrieren. Wir nehmen uns die Bäckerei, machen sie offen und für Alle nutzbar und packen so eine Sahnehaube oben drauf!